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Wenn in diesen Tagen eine Floskel verstĂ€rkt bemĂŒht wird, dann diese: „Die Temperaturen sind fĂŒr die Jahreszeit deutlich zu kalt.“ Gern wird dazu Schneegraupel auf dem Brocken, Feldberg oder einer anderen Mittelgebirgs-Spitze gezeigt. Uns als ReifenfachhĂ€ndler erreicht angesichts solcher Bilder immer wieder die Frage, ob es in Zeiten einer Winterreifenpflicht notwendig ist, noch einmal WinterrĂ€der auf das Fahrzeug zu ziehen.

Mit dieser Frage hat sich auch der ADAC auseinander gesetzt. Nach dessen EinschĂ€tzung muss zwar die Bereifung jederzeit den StraßenverhĂ€ltnissen angepasst sein, aber die Polizei hat durchaus einen Handlungsspielraum. Generell ist anzunehmen, dass Bußgelder nur verhĂ€ngt werden, wenn trotz rutschiger Straßen mit Sommerreifen zu schnell und risikohaft gefahren wird (Quelle: ADAC, zur Seite). Ansonsten gilt: Winterreifen oder WinterrĂ€der können trotz Bibber-FrĂŒhling im Lager bleiben.

Tipp zum Abschluss: Wer in der kommenden Winterreifen-Saison neue Pneus benötigt, der sollte sich jetzt umschauen. Winterreifen und WinterrĂ€der kauft man am gĂŒnstigsten in der Vorsaison – also jetzt.





Jedes Jahr das gleiche Bild? Nicht beim ADAC. Das liegt weniger daran, dass die Ergebnisse des Winterreifen-Tests grundsĂ€tzlich ĂŒberraschten. Vielmehr hat der ADAC sein bekanntes Beurteilungssystem („sehr empfehlenswert“, „empfehlenswert“) zugunsten einer „Schulnotenbewertung“ geĂ€ndert. Bestnote ist ab sofort ein „sehr gut“, gefolgt von einem „gut“ usw.
 
Zum Test gebeten wurden in diesem Jahr Winterreifen und Ganzjahresreifen der ReifengrĂ¶ĂŸen 185/65 R15 und 225/45 R17. Auch wenn es bei der Noten-Premiere noch keine „Eins mit Sternchen“ gab, die Tester machten durchaus MusterschĂŒler aus. In der 185er-GrĂ¶ĂŸe konnte sich neben den Platzhirschen Dunlop WinterSport und Goodyear UltraGrip mit dem Esa-Tecar SuperGrip auch ein unbekannter Reifen mit einem „Gut“ besser platzieren als beispielsweise der beliebte Conti WinterContact, der aber dennoch weiterhin gute Resultate auf allen UntergrĂŒnden erzielte. Deutlich wurde mal wieder, dass gerade auf chinesische Pneus kein Verlass ist. Wer z.B. auf nasser Fahrbahn mit dem Star Performer Winter unterwegs ist, sollte in jedem Fall einen Schutzengel an Bord haben.
 
Ähnliche Ergebnisse zeigten sich auch in der 225er-GrĂ¶ĂŸe. Continental und Dunlop mit guten Ergebnissen, begleitet vom neuen Michelin Alpin, den die Tester als „sehr ausgewogenen Reifen“ und mit „Bestnoten auf NĂ€sse“ lobend hervorhoben. Durchgefallen sind die chinesischen Reifen Interstate Winter IWT-2 und Westlake SW 601 Snowmaster, die beide katastrophale Ergebnisse auf nasser Fahrbahn „erreichten“. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es ein auffallend breites Spektrum an Reifen, die mit „befriedigend“ benotet wurden. Darunter befinden sich so unterschiedliche Hersteller wie Semperit (mit dem Speed-Grip), Goodyear (mit dem UltraGrip Performance) oder Nokian (mit dem WR G2).
 
Interessant in der 185er-ReifengrĂ¶ĂŸe: die getesteten Allwetterreifen (Goodyear Vector 4Seasons und Vredestein Quatrac 3) machen keine schlechte Figur, auch wenn Sie gerade auf Schnee den klassischen Winterreifen unterlegen sind. FĂŒr Autofahrer in schneearmen Gebieten sind beide Allwetterreifen eine Alternative – wenn auch nicht die beste.





Sinnvoll und beliebt: PĂŒnktlich zur Reifenwechsel-Saison veröffentlichen etablierten Medien und Organisationen ihre neuesten Winterreifen-Tests. In diesem Jahr startet die Autozeitung als eine der Ersten in die „Berichtssaison“. Die Redakteure haben sich dafĂŒr die ReifengrĂ¶ĂŸe 195/65 R 15 T zur Brust genommen (z.B. fĂŒr Golf, Astra, BMW 3er, A4, i30, Focus
) und 14 Winterreifen auf Schnee, Schneematsch, nasser und trockener Piste getestet. Unter ihnen waren mit dem Bridgestone Blizzard, Firestone Winterhawk, Michelin Alpin und Pirelli Snowcontrol vier Neuentwicklungen. Um es vorweg zu nehmen: Auch wenn es kein „Neuer“ auf das Podest geschafft hat, dank guter Testergebnisse werden sie ihre KĂ€ufer finden. Gerade die neuen Pirelli- und Michelin-Reifen bieten sich als sehr ausgeglichene Winterreifen an.
 
Ganz oben anklopfen konnten sie allerdings nicht. Dort stehen mit dem Conti WinterContact (mal wieder Testsieger), dem Goodyear UltraGrip und dem Dunlop WinterSport wahre Institutionen im Bereich der Winterreifen. Diese „glorreichen Drei“ ĂŒberzeugen in jeder Situation mit Spitzenleistungen und sind dabei nicht teurer als andere Markenreifen.
 
Stichwort „Markenreifen“. Auch wenn No-Name-Reifen aufgeholt haben – an die QualitĂ€t etablierter Hersteller gelangen sie nicht. Gerade auf nasser Piste lassen z.B. der Lassa Snoways Era und der Nexen Euro-Win deutlich Federn. Verantwortungsbewusste Autofahrer landen daher schnell bei den bekannten Reifenmarken. Aber auch hier gibt es eine Ausnahme: Mit dem Nokian WR G2 hat es der Reifen eines eher weniger bekannten Herstellers auf den Gesamtplatz 4 geschafft. Auf trockener Fahrbahn war der Nokian sogar Klassenbester.
 
Wir können gespannt sein, welche Überraschungen die weiteren Tests bereithalten. Die Veröffentlichung des aussagekrĂ€ftigen ADAC-Winterreifen-Tests steht in KĂŒrze an.





Entweder Premiummarken wie Conti oder Goodyear oder No-Name-Marken zum Spottpreis: ReifenkĂ€ufer tendieren immer stĂ€rker zu Extremen. Darunter leiden die Reifenanbieter im mittleren Preissegment spĂŒrbar. Aus Preis-Leistungs-Sicht ist diese Entwicklung durchaus bedauerlich.
 
Solide Winterreifen zu einem akzeptablen Preis bieten z.B. Kumho und Semperit in ihren Winterreifen-Sortimenten, welche regelmĂ€ĂŸig gute Benotungen in renommierten Tests einfahren. Dagegen fallen billigste Winterreifen z.B. von Marangoni oder Federal glatt durch das PrĂŒfraster bspw. des ADAC-Winterreifen-Tests 2009. Auch preisbewussten FahrzeugfĂŒhrern empfiehlt der ADAC daher, den relativen geringen Aufpreis fĂŒr mittelpreisige Winterreifen und WinterrĂ€der in Kauf zu nehmen.
 
Wer keine Abstriche in Sachen QualitĂ€t machen möchte, greift zu Recht zu den Premiummarken. Continental mit seinem souverĂ€nen WinterContact-Reifen oder auch Dunlop mit dem Wintersport 3D-Reifen verlangen fĂŒr ihren Reifen mehr Geld – sie sind dieses aber auch durchaus Wert. Gleiches gilt auch fĂŒr Goodyear. Aus gutem Grund haben die Premiumreifen-Hersteller daher eine treue KĂ€uferschaft.





Die Deutschen kaufen Markenreifen – am liebsten Testsieger. Klar, dass alle Hersteller ebensolche „Testsieger“ in ihrem Angebot haben möchten. Aber wie kommen die Testergebnisse, denen wir oft blind vertrauen, zustande? Was wird getestet? Welche Kriterien gilt es einzuhalten?
 
Die ADAC-Reifentests haben eine besonders hohe Reputation. Spricht man dem ADAC eine große Kompetenz und Unbestechlichkeit zu. Die Winterreifentests des Automobil-Clubs finden sowohl auf trockener Fahrbahn als auch auf nasser, schneebedeckter und eisglatter Fahrbahn statt. Ein Winterreifen muss auf vier UntergrĂŒnden ĂŒberzeugen. Getestet – wenn auch mit einer geringeren Gewichtung – wird der Schnelllauf, der Kraftstoffverbrauch und der Verschleiß. Bestnote im ADAC-Reifentest ist „besonders empfehlenswert“.
 
Hohe Aufmerksamkeit verspricht auch ein gutes Ergebnis im Test von Auto, Motor & Sport. Auch hier gilt ein „besonders empfehlenswert“ als Ritterschlag. Getestet wird auf Schnee, nasser und trockener Fahrbahn. Die Tests variieren je nach Untergrund. Generell wird Handling und Bremsweg bewertet. Auf Schnee und nasser Fahrbahn gibt es zusĂ€tzlich die Kriterien „Traktion“, „Aquaplaning“ und „SeitenfĂŒhrung“. Dagegen wird auf trockener Fahrbahn auch „Spurwechsel“, „Komfort“, „AbrollgerĂ€usch“ und „Rollwiderstand“ getestet.
 
Als auflagenstarke Zeitschrift hat auch der Test von Auto Bild Relevanz. Auch hier wird auf Schnee, trockener und nasser Fahrbahn getestet. Bremsweg ist bei allen UntergrĂŒnden ein Testkriterium. Bei nasser Fahrbahn kommt die „Kreisbahn“ hinzu. Auf Schnee wird zusĂ€tzlich noch „Slalom“, „Traktion“ und „Handling getestet. Auf trockener Fahrbahn kommen die Reifen hinsichtlich „Handling“, „Abrollkomfort“, „VorbeifahrgerĂ€usch“ und „Rollwiderstand“ unter die strengen PrĂŒferaugen.
 
Zusammenfassend kann man sagen, dass die großen Tests in den wesentlichen Punkten vergleichbar sind. Da erstaunt es auch nicht, dass oft die „ĂŒblichen VerdĂ€chtigen“ in den Bestenlisten zu finden sind. In den 2009er-Tests lagen regelmĂ€ĂŸig Markenreifen wie der Continental WinterContact TS 830, der Goodyear Ultragrip 7+ und der Dunlop SP Winter Sport 3D weit vorn. Aber auch relativ gĂŒnstige Reifen wie der Semperit Speed-Grip wussten zu ĂŒberzeugen. Und ab und an schafft es auch ein Überraschungsreifen wie aktuell der Nokian WR G2 mit guten Ergebnissen nach vorn. Nur eines war bisher nie der Fall: Dass Billigreifen einen Fuß aufÂŽs Trapez bekamen.
 
Trotzdem, man darf nicht nur als Reifenhersteller auf die 2010er Ergebnisse fĂŒr Winterreifen gespannt sein.





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